Arbeitslose besonders in Deutschland von Armut bedroht

Heute in der ZEIT:

Jeder vierte, der heute in Deutschland arbeitslos wird, bekommt direkt Hartz4, weil er vorher gar nicht genug verdient hat, um mehr als Hart4 als ALG1 zu bekommen. Also: Heute Job weg, morgen nur noch 364€ mtl.

Bei geringqualifizierten trifft dies jeden zweiten, bei Fachkräfte immerhin jeden fünften.
Irgendwie traurig!

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Motto

… von Hannah Arendt: „Was den Menschen zu einem politischen Wesen macht, ist seine Fähigkeit zu handeln; sie befähigt ihn, sich mit seinesgleichen zusammenzutun, gemeinsame Sache mit ihnen zu machen, sich Ziele zu setzen und Unternehmungen zuzuwenden, die ihm nie in den Sinn hätten kommen können, wäre ihm nicht diese Gabe zuteil geworden: etwas Neues zu beginnen.“

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Bildergalerie zum BIG Projekt in Namibia

Bildergalerie über das BIG (Basic Income Grant) Projekt in Namibia. Ich finde die Bilder beeindruckend.

Ein paar Worte über das Projekt: Seit Januar 2008 bekommen die Einwohner des Dorfes ein Grundeinkommen von 100N$ (im Moment 80N$) pro Monat ausbezahlt. Daran sind keine Bedingungen geknüpft. Das sind gerade einmal 11,8€ pro Monat (vgl Hartz4: >350€).

Trotzdem, wie die Bilder zeigen reichte dies aus, um die Wirtschaft des Dorfes anzukurbelen, jeder hatte plötzlich genug zu Essen und die Kinder konnten zur Schule gehen. Außerdem wurden die Einwohner unabhängiger.

Ich finde bei dem Projekt faszinierend, wie bereits mit sehr geringen Beträgen eine derart große Wirkung erziehlt werden kann, einfach indem nur die absolute Grundversorgung bedingungslos sichergestellt wird. Mehr brauchts gar nicht!

Aktuell ist das Projekt seit Ende 2009 ausgelaufen. Die Einwohner bekommen aber weiterhin 80N$ pro Monat als Brückenfinanzierung, welche aus Spenden und von Kirchen und Stiftungen getragen wird. Der Staat Namibia sperrt sich noch gegen eine landesweite Einführung trotz der deutlich sichtbaren Erfolge.

Schaffen wir es, einem Menschen täglich 1 Laib Brot zu garantieren? Oder eine ganz einfache Bleibe? Oder oder oder?

 

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Ziel der Webtalerwährung

Es stellt sich natürlich die Frage, was sich mit dem Währungskonstrukt Webtaler realistisch und in vertretbarer Zeit erreichen lässt. Ich will zunächst eines ausschließen, um mich dem Kern zu nähern:

Es ist sicherlich aus zwei Gründen nicht realistisch und auch nicht sinnvoll, eine Konkurrenz zur Landeswährung Euro aufzubauen zu wollen. Einerseits ist das gesetzlich verboten und steht sogar unter Strafe. Andererseits funktionert der Euro ja als Geld. Man kann mit diesem Güter kaufen, sein Wert ist einigermaßen stabil und die Wirtschaft funktionert. Systemkritik am zugrundeliegenden Zentralbank-Geldsystem ist berechtigt, aber nicht primärer Zweck des Projekts.

Der Webtaler ist eine sogenannte Komplementärwährung. Eine solche unterstützt die Landeswährung, indem sie durch einen anderen Aufbau oder Nutzerkreis bestimmte Funktionen ausübt. Beispielsweise sind Regionalwährungen, wie der Chiemgauer nur in einem Gebiet erhältlich und ihre Funktion ist es, lokale Wirtschaftskreisläufe zu fördern.
Ein weiteres schönes Beispiel ist der “Saber”, dessen Funktion es ist, Nachhilfe zu fördern. Diesen erhalten Schüler in niedrigen Jahrgangsstufen gratis und können ihn gegen Nachhilfe von älteren Schülern eintauschen. An der Universität (und nur dort) kann man schließlich mit durch Nachhilfe gesammelten Sabers die Studiengebühren bezahlen.

Was ist also das Alleinstellungsmerkmal einer Währung, in der jeder Teilnehmende Mensch konstruktionsbedingt ein Grundeinkommen erhält, was ist deren Funktion als Komplementärwährung?

Ein Grundeinkommen soll die Grundbedürfnisse eines Menschen in dem Maße decken, dass dieser an der Gesellschaft teilhaben kann – und das Recht auf Leben ist ein Menschenrecht!

Ich bin überzeugt davon, dass die Webtalerwährung helfen kann, die absolute Grundversorgung von Menschen mit Gütern und Dienstleistungen, wie zum Beispiel Nahrung, Kleidung, Bildung oder Mobilität gemeinschaftlich zu organisieren. Gemeinschaftlich deshalb, weil dies alles Güter sind, die jeder in der einen oder anderen Weise besitzt, verschenken kann und die an sich in geringen Mengen auch nicht besonders teuer zu kaufen sind.

Größeren Mengen an Webtalern erhält man systembedingt nur, indem man möglichst vielen Menschen im System weiterhilft, also Dienstleistungen oder Güter anbietet, die von einer möglichst breiten Masse tatsächlich benötigt werden. Die Motivation, aktiv etwas anzubieten zu werden ist in erster Linie eine Soziale!

 

 

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Die Plattform steht!

Hallo zusammen,

ich habe den Prototyp getestet – Es funktioniert! Alle Testaccounts erhalten einen Taler am Tag gutgeschrieben und ihr bestehendes Guthaben wird täglich um 0,02841% verringert, was übers Jahr gerechnet etwa 10% Umlaufsicherungsgebühr ergibt.

Die Plattform steht damit offiziell zur Anmeldung offen.

Link

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Projektfortschritt

Ziel ist nicht, nur über Konzepte zu diskutieren, sondern tatsächlich etwas umzusetzen.

Inzwischen habe ich einen kleinen Server aufgesetzt, auf dem die Software Cyclos läuft. Der Prototyp ist bereits hier erreichbar. Bis Jahresende habe ich die Cyclos Software dann konfiguriert – Eine Anmeldung ist bei Interesse aber bereits jetzt möglich. Bitte kein allgemeines Passwort verwenden, so lange die Seite noch kein SSL Zertifikat hat (dieses kommt, sobald 10 bestätigte Mitglieder registriert sind.). 

Einfach mal ausprobieren, das ist alles kostenlos!

 

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Über Einkommen und Armut

Heute möchte ich Götz Werner sinngemäß aus einer Rede aus dem Jahr 2010 zitieren:

Ein Einkommen ist nicht die Vergütung für geleistete Arbeit, sondern die Voraussetzung, dass jemand die Arbeit überhaupt ausüben kann.

In dieser Sichtweise stecken nun zwei Inhalte:
Erstens bedeutet es, dass ein (Arbeits-)Einkommen in unserer Gesellschaft Voraussetzung dafür ist, dass jemand seine Bedürfnisse decken kann. Dass heißt, er muss etwas tun, für das jemand anders bereit ist, dafür zu bezahlen. Voraussetzung dafür, dass jemand das ausüben kann, was er will, ist, dass genügend andere die Leistung in Anspruch nehmen wollen. Die Bezahlung in Geld dafür ist die Umrechnung für den Wert, den diese für andere hat. Oder kurz: Tätigkeiten, die für die Gesellschaft notwendig sind, werden idealerweise auch bezahlt.

Das bedeutet zweitens, dass es auch jemanden geben muss, der dafür bezahlen kann! Dies ist aber nicht immer der Fall. 925 Millionen Menschen, die Stand 2010 hungern, wären bereit dazu, alles was sie haben allein für Nahrung zu bezahlen. Es ist nun nicht so, dass diesen Menschen niemand helfen will – all die Spendengalas mit hohen Einschaltquoten bekunden die prinzipielle Hilfsbereitschaft – , sondern dass es nur schwer möglich ist, diesen zu helfen! Weil der Begriff Armut sagt bereits, dass jemand, der arm ist, kaum oder gar nicht für andere bezahlen kann. Wer also Lebensmittel verteilt, der tut zwar gutes, kann aber davon schlicht seinen eigenen Lebensunterhalt nicht bestreiten.

Was würde nun passieren, wenn all die Armen plötzlich ein Grundeinkommen beziehen könnten – Es würden sich tausende Firmen und und Millionen Menschen finden, die Lebensmittel professionell in alle Welt verteilen, weil es einen Markt dafür gibt. Ein Grundeinkommen schafft Hunger ab, weil ermöglicht, dass diejenigen, die den Armen helfen wollen, auch die Ressourcen dazu bekommen.

Wenn man dies politisch umsetzen will, muss die ganze Welt mitspielen. Über eine eigene Währung aber, die ein Grundeinkommen bereits enthält, funktioniert dies im kleinsten Maßstab genause wie global: Jeder hat einen Geldbetrag in dieser Währung zur Verfügung und jeder, der gegen Bazahlung in dieser Komplementärwährung arbeitet, der wird dafür vergütet.

Dies ermöglicht, dass die Versorgung der Ärmsten endlich arbeitsteilig ablaufen kann und zwar so, wie wir es aus unserer Wirtschaft gewohnt sind. Eine ehrenamtliche Suppenküche, die Suppe gegen Webtaler ausgibt ist dann nicht ausschließlich auf Spenden angewiesen, nein, sie kann tatsächlich einen Gegenwert in Form von Talern an die Köche und diejenigen, die Kartoffeln usw. bereitstellen bieten.
Dieser Gegenwert ist eine Art der gesellschaftlichen Anerkennung für  geleistete Arbeit und ist – um zum Eingangszitat zurückzukehren – Voraussetzung, dass diese Arbeit auch gemacht werden kann und auch wird.

Gründen wir mit dem Webtaler eine solche Suppenküche, denn sie ist Beispiel, wie das Grundeinkommen in einfachster Form wirklich wirkt!

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Los gehts

Die letzten Monate hatte ich leider keine Zeit, irgendetwas zu machen, da ich meine Bachelorarbeit geschriebn habe und das einfach wichtiger war…

Es ist immer besser, etwas neues einfach und unvollständig zu veröffentlichen, als ewig darüber zu diskutieren. Das gilt auch für alternative Währungen, das gilt auch für das Webtaler Projekt.

Ich arbeite gerade daran, den Webtaler als Online Plattform ins Leben zu rufen. Zum Glück muss dafür das Rad nicht neu erfunden werde. Mehrere Dutzend Initiativen für Regiogeld, Zeitkonten und Komplenentäre Währungen nutzen die freie Open Source Software Cyclos. In dieser lässt sich die Funktionsweise des Webtalers genau abbilden. Einen Prototy habe ich diese Woche lokal installiert und konfiguriert: Dabei wird täglich jedem Benutzer ein Betrag von 1 Taler gutgeschrieben und das Guthaben mit einem Zins von 0,0278% belastet. Dieser entspricht über das Jahr gerechnet etwa 10%.

Es gibt zwei Nutzerkategorien: Jeder kann sich unkompliziert ein Konto anlegen und muss dazu nur seine Email Adresse bestätigen. Jedoch sollen natürlich nur natürliche Personen, also lebende Menschen auch personenbezogen ein Grundeinkommen erhalten. Hierfür existiert eine zweite Nutzerkategorie.

Im Januar 2012 wird der Webtaler online gehen. Es ist jeder eingeladen, sich dann dort anzumelden und einfach ein wenig mit den Möglichkeiten zu spielen. Zur Identifikation gibt es dann eine eigene Email Adresse: Zunächst reicht dazu eine Mail mit einem Scan des Personalausweises als Anlage.

Gruß
Opethbass

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Willkommen

Hallo Welt da draußen

Mit diesem Beitrag startet der Webtaler Blog und auch das ganze Vorhaben. Noch bin ich ganz alleine mit meiner Idee und starte bei Null.

Hier sollen in den nächsten zwei Monaten zwei Sachen entstehen. Erstens will ich allgemein über Neues aus der Grundeinkommensbewegung bloggen. Es wird darum gehen, welche Konzepte und Organisationen gibt es, wer betreibt die und wer sind die Menschen, die dahinter stehen.

Parallel will ich lauffähigen Prototypen der Webtaler Währung programmieren und hier veröffentlichen. Denn Ideen werden erst dann wahr, wenn sie anfassbar werden. Sobald einige Leute mitmachen wird sicher eine kleine Plattform und Community daraus.

Der Webtaler soll für das Grundeinkommen sein, was Bertha Benz’ Jungfernfahrt für das Automobil war: Als alle Welt sah, dass das Auto wirklich fährt. Eine neue Währung, zunächst ohne Wert, aber ganz entscheidend um zu testen und zu erfahren wie und ob damit vernünftig gewirtschaftet werden kann.

Jeder der sich anmeldet, wird exakt einen Webtaler pro Tag erhalten, mit dem er dann handeln kann. Handelt man nicht, so sinkt die nominale Menge an Talern, die man besitzt um 10% pro Jahr. Wie das genau funktioniert und welche Effekte zu erwarten sind – beim nächsten Mal dann.

Opethbass

bei Fragen oder Interesse: o p e t h b a s s AT w e b t a l e r . n e t

 

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